Hörgeräte

Ein kurzer Blick in die Historie

Schwerhörigkeit gibt es schon solange es Menschen gibt, nur war eine Behandlung des Hörproblems noch nie so einfach und diskret wie heute. Schon Ludwig van Beethoven ließ sich 1813 eine Hörhilfe anfertigen. Mit diesen Hörhilfen konnte der Schall um bis zu 30dB verstärkt werden.

Das erste Hörgerät wurde im 19. Jahrhundert von Werner von Siemens konzipiert. Dieses „Hörgerät“ glich einem Telefonhörer für Schwerhörige und löste das bis dato verwendete Hörrohr ab. Aber auch der Hörer von Werner von Siemens teilt heute nur noch den Anspruch, Menschen mit einem Hörverlust zu helfen, mit den modernen Hörgeräten.

Bild: Hörgeräte

Hörgeräte Heute

Heutige Hörgeräte zeichnen sich durch ihre kleine, kompakte Bauweise mit zugleich neuster Technologie aus. Dabei gibt es sowohl aufladbare, als auch batteriebetriebene Modelle. Generell haben aber alle Hörgeräte den selben Aufbau: Mikrofon, einen Verstärker oder Signalprozessor, einen „Lautsprecher“ und eine Energiequelle. Je nach Ausstattung und Gerät können noch Dinge wie ein Audioeingang, Bedienelemente oder andere Bestandteile dazu kommen.

 

Hörgeräte Bauformen

Die beiden gängigen Hörgeräte Bauformen sind die IdO- und HdO-Geräte. Zu letzteren zählen auch Ex-Hörer-Geräte (RIC), die sich in dem Punk unterscheiden, dass die Schallwandler („Hörer“) außerhalb des Gehäuses liegen.

Im-Ohr-Hörgeräte (IdO)

Bild: Im-Ohr-Hörgerät

Die IdO-Geräte zeichnen sich vor allem durch ihre kompakte Bauweise aus. Gerade für Menschen, welche Ihre Hörverminderung nicht allzu publikmachen möchten, stellt diese Bauart eine gute Lösung dar. In der Regel sind IdO-Geräte nicht zu erkennen und es ragt maximal ein kleiner Rückholfaden heraus, um das Hörgerät wieder aus dem Ohr zu bekommen.

Ein großer Vorteil bei dieser Art von Hörgeräten ist, dass sie die akustischen Vorteile der Ohrmuschel (Außenohr) nutzen können. Dies ermöglicht ein Richtungshören, ganz ohne, dass das Hörgerät dieses simulieren muss.

Aber es gibt auch Nachteile bei den IdO-Geräten. So begünstigt die Bauform die Ablagerung von Schweiß und Cerumen, was mitunter zu einer höheren Reparaturanfälligkeit führen kann.

Noch heute kann es vorkommen, dass aufgrund der kompakten Bauweise nicht alle Funktionen Platz in den kleinen Geräten finden. Im Vergleich zu den HdO-Geräten fehlt bei IdO-Geräten häufig der Platz für beispielsweise Li-Ionen-Akkus und es muss auf Batterien zurückgegriffen werden.

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO)

Bild: Hinter-dem-Ohr-Hörgerät

Hatten HdO-Geräte lange Zeit mit dem Ruf zu kämpfen sie seien zu klobig und nicht diskret genug, so kann man heute dieses Denken ad Acta legen. HdO-Geräte sind zwar nicht so superkompakt wie IdOs, dennoch sind die Geräte sehr viel kleiner geworden und können oftmals nur bei genauem Betrachten gesehen werden.

Durch die Bauweise und der damit möglichen Verbauung von Technik, konnte diese Art der Hörgeräte lange Zeit vor allem stakt ausgeprägte Hörschädigungen ausgleichen, welche IdOs lange nicht kompensieren konnten.

Mithilfe der vergleichsweise modernen RIC-Bauweise, bei welchen der Hörer vom Gerät ins Ohr verlagert wurde, konnte mehr Platz im Gerät hinter dem Ohr geschaffen werden.

Der vermeintliche Nachteil der Größe der HdO´s wird dadurch wettgemacht, dass alle neuen Technologien und Innovationen – wie Li-Ionen-Akkus – Platz finden. Auch die Funktion des Außenohrs kann durch Richtmikrofone übernommen werden und so auch in anspruchsvollen Situationen ein perfektes Hörverstehen gewährleistet werden.

Li-Ionen-Akkutechnologie

In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens hat die Akku-Technologie die Batterietechnologie bereits abgelöst. Angefangen beim guten alten Gameboy, über Uhren (Smartwatches) bis hin zu den Hörgeräten. Eine Umfrage des Verbraucherprotales meinhörgerät.de verdeutlicht diesen Trend: Li-Ionen-Akkus sind in der Hörgerätebranche auf dem Vormarsch. Viele Hörgerätehersteller versuchen die komplexe Technik durch immer leistungsfähigere Chips zu verkleinern, um mehr Platz für Akkus zu schaffen.

Die größte Sorge dabei besteht im Power-Aus eines Hörgerätes, also wenn der Akku schlapp macht. Diese Sorge ist heute meist unbegründet, denn die Hersteller versichern Akkulaufzeiten von 24 Stunden, mitunter auch bis zu 30 Stunden. Und sollte das Laden dennoch mal vergessen worden sein, so besteht die Möglichkeit, den Akkus mithilfe von Schnellladeverfahren innerhalb von 30 Minuten eine Akkulaufzeit von mehreren Stunden zu generieren.

Bluetooth-Verbindung zu TV und Smartphone

Bluetooth Audio-Transmitter galten lange Zeit neben Fernbedienungen als einzige Möglichkeit die Hörgeräte mit einem Gerät zu koppeln und darüber Musik zu hören. Heute kann man jedes Smartphone mit Hörgeräten verbinden. Das Handy erfüllt in dem Fall die Rolle der Fernbedienung und der Audioquelle.

Viele Hörgeräte können mit mehreren Streamingquellen gleichzeitig verbunden werden, somit können Sie Sonntag Abends Ihren Tatort anschauen und im Fall der Fälle auch den eingehenden Anruf der Schwiegermutter annehmen – beides mit Ton über die Hörsysteme.

Sollten Sie kein Smartphone haben, so ist das Streaming von TV oder Musikquellen weiterhin per Bluetooth-Transmitter möglich.

KI-Technologie in Hörgeräten

Künstliche Intelligenz (KI) spielt auch bei der Entwicklung von Hörgeräten eine wichtige Rolle, so werden immer mehr Technologien entwickelt, die das Tragen von Hörgeräten erleichtern soll. Ein Beispiel ist die KI in Echtzeit. Hier versucht das Hörgerät in Echtzeit auf sich ändernde Geräuschsituationen zu reagieren. Über einfache A-B-Vergleiche versucht das Hörgerät auf eine Geräuschsituation zu reagieren und ermöglicht es neu entwickelte Programme via Smartphone abspeichern zu lassen.

Angenommen Sie fangen an ein neues Instrument zu lernen und haben dafür noch kein voreingestelltes Programm auf Ihrem Hörgerät, so können Sie mithilfe der KI innerhalb kurzer Zeit ein neues Programm erstellen und müssen dafür nicht einmal Ihren Hörakustiker aufsuchen.

Smarthearing

SmartHome ist jedem ein Begriff, Smarthearing hingegen den meisten noch nicht. Smarthearing stellt die Zukunft der Hörgerätetechnologien dar. So können manche modernen Hörgeräte via Smartphone-App eine Fremdsprache ins Deutsche übersetzen und dies direkt in auf Ihren Hörgeräten wiedergeben. Manche können auch Programme ortsgebunden aktivieren – bspw. in Ihrem Lieblingsrestaurant. Aber auch Funktionen wie Schrittzählen oder die Wiedergabe von Nachrichten können einige Hörgeräte schon heute übernehmen.

Man erkennt klar, ein Hörgerät ist heute nicht mehr nur noch zur Optimierung des Hörverständnisses dar, sondern kann uns in vielen Bereichen das Leben erleichtern.

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